Das ganzheitliche Management des Vermögens im Fokus

Prof. Dr. Maximilian A. Werkmüller im Gespräch über seinen Werdegang und den Aufbau der neuen Multi-Family-Office-Plattform der PETER-MAY-Gruppe.

Herr Werkmüller, Sie sind seit September 2020 Partner der PETER MAY Family Business Consulting – können Sie uns etwas über Ihren Werdegang erzählen?

Meine berufliche Laufbahn begann im Jahr 1998 mit meiner Einstellung als Syndikus für Erb- und Stiftungsangelegenheiten beim Düsseldorfer Bankhaus HSBC Trinkaus & Burkhardt. Dort war ich vom ersten Tag an in die Vermögensnachfolgeplanung mittelständischer Unternehmerfamilien eingebunden. Steuerlich optimierte erbrechtliche Gestaltungen, auch im grenzüberschreitenden Bereich, gehören seitdem zu meinem Rüstzeug als beratender Rechtsanwalt. Darüber hinaus bin ich seit über 20 Jahren im Family-Office-Geschäft tätig, zunächst als Geschäftsführer einer Tochtergesellschaft der Bank; danach leitete ich als CEO das deutsche Single Family Office einer bekannten internationalen Unternehmerfamilie. Insbesondere diese Tätigkeit hat mir wertvolle Einblicke in die Chemie und in die „DNA“ einer Unternehmerfamilie vermittelt. Von diesen Erfahrungen und Erkenntnissen profitiere ich bis heute und lasse sie auch in die Beratung meiner Mandanten einfließen. Es ist ein wenig „back to the roots“, wenn ich mich jetzt als Partner bei PETER MAY wieder dem Beratungsgeschäft in Family-Office-Angelegenheiten widme. Das ist in den vergangenen Jahren aufgrund meiner anwaltlichen Beratungstätigkeit ein wenig zu kurz gekommen und ich freue mich sehr, an dieses Themenfeld jetzt wieder stärker anknüpfen zu können.

Nach der leitenden Tätigkeit in einem Single Family Office hat Sie Ihr Weg jetzt also wieder in die Beratung geführt?

Das stimmt. Meine Tätigkeit dort war sehr stark durch das Office-Management geprägt. Für die Beratung der Familienmitglieder blieb leider wenig Zeit. Dadurch ist mir bewusst geworden, dass ich meine Stärken in der Beratung eines größeren Kunden- und Mandantenkreises besser ausspielen kann als in der Fokussierung auf eine einzige Familie. Deshalb habe ich mein Beratungsangebot heute auch deutlich breiter aufgestellt: Neben meiner Beratertätigkeit bei PETER MAY bin ich als Rechtsanwalt in Düsseldorf und in Zürich tätig. Zusätzlich lehre ich das Fach Family-Office-Management an der Allensbach-Hochschule in Konstanz. Ein weiteres Standbein ist schließlich mein unternehmerisches Engagement als Mitgründer eines Legal-Tech-Softwareunternehmens, das ich mit zwei Kollegen im Herbst 2019 ins Leben gerufen habe und dessen „life-going“ unmittelbar bevorsteht.

Wie ergänzen Sie mit Ihren Kompetenzen konkret das Portfolio der Beratung?

Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt in der Beratung von Unternehmerfamilien in allen Angelegenheiten der strategischen Gesamtvermögensallokation und des ganzheitlichen Vermögensmanagements. Diese Kompetenzen stellen eine meiner Ansicht nach ideale Ergänzung des bisherigen Angebots der PETER MAY FBC dar. Dabei bringe ich auch meine Managementerfahrungen ein: Auch Family Offices sind Unternehmen, die den allgemeinen Grundsätzen der Unternehmensführung und des Managements unterliegen; allerdings gibt es einige Besonderheiten, auf die man achten sollte. Durch meine jahrzehntelange Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Inhaberfamilien habe ich gelernt, auf diese Besonderheiten einzugehen und sie bei der Strategieentwicklung zu berücksichtigen.

Wie gehen Sie diese Themen konkret an?

Zum einen organisieren wir Workshops für Inhaberfamilien, in denen wir besprechen, wie ein Single Family Office aufgebaut sein und welche Leistungen es anbieten sollte. Dabei gehen wir mit der Familie durch die einzelnen Räume des Inhaberstrategiehauses. Da wir das Leistungsportfolio der PETER-MAY-Gruppe künftig noch breiter als bisher aufstellen wollen, werden wir neben dem Consulting auch echte Family Office Services anbieten. Hierzu gründen wir eine eigene Gesellschaft, die als Multi-Family-Office-Plattform ihre Beratungsleistungen innerhalb und außerhalb des Kunden- bzw. Mandantenkreises der PETER-MAY-Gruppe anbieten wird. Unsere Stärke liegt in unseren über viele Jahre hinweg gewachsenen und erprobten Netzwerken und der Expertise unserer Netzwerkpartner.

Können Sie mir ein konkretes Beispiel nennen?

Es kommt gelegentlich vor, dass wir im Nachgang eines inhaberstrategischen Workshops angesprochen werden, ob wir uns nicht auch um andere Vermögensangelegenheiten der Familie kümmern könnten. Bislang fehlte uns dafür die notwendige Infrastruktur, um solche Anfragen „inhouse“ beantworten oder die angefragten Leistungen selbst erbringen zu können. Es ist aber sehr schwierig, ein Family-Office-Mandat für einen Drittanbieter auszuschreiben, wenn man die handelnden Personen nicht genau kennt. Da wir uns das Vertrauen unserer Familien hart erarbeiten, ist es aus deren Sicht folgerichtig, uns auch ihre sensiblen Vermögensthemen anzuvertrauen. Um diese Nachfrage bedienen zu können, bauen wir die neue Struktur auf.

Worin sehen Sie Ihre Stärken und Schwächen?

Mir lastet gelegentlich der Vorwurf an, auf zu vielen Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen. Da ich aber meine beruflichen Erfahrungen über die Jahre nun mal an verschiedenen Orten und in sehr unterschiedlichen Funktionen sammeln durfte, kann ich mich und meine Expertise auch an sehr unterschiedlichen Stellen zum Nutzen unserer Familien einbringen. Eine meiner Stärken ist sicher meine Menschenkenntnis und das Geschenk, gut zwischen unterschiedlichen Positionen vermitteln zu können. Das bedeutet nicht, dass ich konfliktscheu bin – aber wenn es zwischen unterschiedlichen Positionen eine Schnittmenge gibt, dann finde ich sie.

Herr Werkmüller, vielen Dank für das Interview!